Die Insekten erheben sich

eine Menschenversammlung in Kostümen

Die Insekten erheben ihre Stimmen gegen die Ungerechtigkeit und der Gelbrandkäfer mit ihnen.
Sie wollen nicht mehr nur zuschauen, sondern in der Politik mitreden.
Darum gründen sie eine Wählergruppe für ihre Stadt.
Bei einem Treffen sammeln sie viele Ideen und Wünsche.

Sie fordern mehr Blumen, Bäume, Teiche und grüne Flächen.
Auch weniger Autos, weniger Gifte und keinen Laubbläser wünschen sie sich.
Ein Käfer namens Gelbrand wird ihr Kandidat für die Wahl.
Er verspricht sauberes Wasser und bessere Lebensräume für alle Insekten.
Der Wahlkampf wird spannend.

Summ, summ, Vorhang auf! Die »LIGA für Insektenrechte« spielt. Ein Podcast in einfacher Sprache. Eine Produktion von Transition Town Augsburg mit Rückenwind von Pareaz, der Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern und der Lokalen Agenda 21.

Diese Hörspielreihe wurde gemeinsam mit kognitiv beeinträchtigten Menschen sowie Menschen mit geringen Deutschkenntnissen produziert. Mitwirkende waren: Alime, Angelika, Awaz, Jürgen, Chrissie, Gerald, Holger, Maria, Margit, Marion, Michaela, Peter, Reiner, Susanne, Tine, die Künstlergruppe KLONK und Millionen von Insekten.

Transkript

Guten Morgen, Insekten! Guten Morgen, ihr Menschen da draußen! Die Insekten vom Augsburger Friedensplatz sind unterwegs zum Rathaus. Sie wollen mitentscheiden, denn auf die Menschen allein ist kein Verlass. Eine große Gefahr kommt auf uns zu. Wenn wir uns nicht wehren, werden sie uns zerstören. Wir sind Fliegen, Mücken, Käfer, Bienen und Ameisen. Wir sind klein und oft unsichtbar. Viele mögen uns nicht und achten uns nicht. Doch wir leben hier, genau wie alle anderen.

Ich bin der Zitronenfalter. Heute sage ich STOPP! Keine Zerstörung mehr!

Song: Es ist Insektenrevolution, wir fliegen hoch, millionenstark, über Ödland, durch die Stille, unser Flügel, wie ein Schlag, unser Aufstand, bricht wie Donner los, fliegt von der Mitte bis zum Start, unser Aufstand, durch die Stille, wir sind viele, wir sind groß.

Ich bin Gelbbrand – Ich will Oberbürgermeister von Augsburg werden. Die Insekten erheben ihre Stimme gegen die Ungerechtigkeit– und ich mit ihnen.

Ich bin der Kandidat für ein geeintes Insektenreich. Ein Reich, in dem kein Flügel zu klein und kein Fühler zu kurz ist, um mitzusummen. Ich bin Gelbrand und bald erster Oberbürgermeister der Biotope. Ich sage stolz, ich bin Insekt und das ist gut so.

Bürgermeisterinnen klopfen an, weil man mit ihm gewinnen kann. Die Menschen jubeln, jeder weiß, so ein Kandidat ist echt der Preis.

Unsere Partei heißt PDVB, Partei der vielen Beine. Wir treten an bei den Wahlen für den nächsten Stadtrat. Ihr könnt uns auf unserem Weg begleiten.

Gelbrand, wie ist es dazu gekommen, dass die Insekten jetzt in die Politik gehen?

Ach Mensch, wir Insekten sind traurig und wütend, weil viele von uns aussterben. Vorletztes Jahr, im Oktober, haben wir uns das erste Mal getroffen und eine Insekten-Liga gegründet. Seitdem protestieren wir. Wir wollen selbst entscheiden, wie wir leben. Hör dir meine Kampfrede bei unserer ersten Versammlung an.

Wir sind viele. Wir sind überall. Wir leben in den Ecken eurer Häuser und in den Ritzen eurer Städte, in den Gärten und Städten. Wenn ihr denkt, dass ihr uns einfach ausrotten könnt, dann täuscht ihr euch gewaltig. Wir können uns anpassen. Wir haben gelernt zu überleben und jetzt wehren wir uns. Wir machen euch eine Ansage. Wenn ihr uns weiterhin vernichtet, schlagen wir zurück. Die Zeit des Schweigens ist vorbei. Unterschätzt uns nicht. Ihr werdet lernen, was es heißt, uns zufürchten.

Krabbler, erhebt euch. Es ist höchste Zeit. Mit Gelbband an der Spitze. Wir sind bereit. Gemeinsam sind wir stark. Gemeinsam so frei. Die Krabbler marschieren und du bist dabei.

Unsere Botschaft ist klar. Der Friedensplatz soll blühen, summen und leben. Wir fordern einen echten Lebensort mit Hecken statt Hitze, bunten Blumen statt Beton, Sand und Kies zum Entdecken und Wasser, das Stadtluft und Herzen kühlt. Im letzten Jahr haben wir ordentlich Druck gemacht. Genau 4.221 Stimmen für mehr Leben in der Stadt haben wir gesammelt. Unsere Petition mit dem Titel „Habitat gesucht – Insektenkämpfen fürs Überleben“ ging direkt an die Oberbürgermeisterin Frau Weber und den Umweltschef Herrn Erben.

Der Zitronenfalter stellt sie dir vor: Wir sind Insekten, die auch gut leben wollen. Und zwar in Oberhausen am Friedensplatz und in dem angrenzenden Wohnquartier. Tut bitte etwas dafür. Unser Habitat muss aufgemöbelt werden. Es fehlt uns an Nistplätzen und Futter. Es ist einfach zu viel Asphalt um uns herum. Wir brauchen Hecken, artenreiche Blühstreifen, Sand- und Kieshaufen und Wasserstellen. Es ist allgemein bekannt, es brummt und summt immer weniger in unserer Landschaft und in unseren Städten. Ohne uns Insekten ist nicht nur die Vielfalt der Natur bedroht. Wer soll denn in Zukunft Obstbäume der Menschen bestäuben, wenn es uns nicht mehr gibt? Ihr Menschen und wir Insekten gehören zu einem und demselben Kreislauf. Wenn wir sterben, sterbt auch ihr. Wenn wir überleben, überlebt auch ihr. Deshalb helft uns.

Song: Die Luft ist schwer, doch wir summen, wir brummen. Bald sind wir nicht mehr. Asphalt, der glänzt, wo einst Blumen geblüht. Wir flehen, wir kämpfen, hört, was hier geschieht. Stadtrat, hör uns, wir stellen die Fragen. Wo sollen wir wohnen, wo Blüten noch tragen? Nistplätze fehlen, kein Wasser, kein Licht. Gebt uns das Leben, nehmt es uns nicht. Wir träumen von Hecken, von Blühstreifen weit, von Sand und von Kies ein kleines Stück Zeit. Wir brauchen ein Habitat, ein Zuhause, ein Glück. Doch der Beton drängt uns immer zurück. Wir sind klein, doch wir tragen die Welt. Ohne uns wird das Gleichgewicht verstellt. Jede Biene, jeder Käfer, leben so zart. Schützt unser Zuhause jetzt, nicht erst im Jahr’n. Stadtrat, hör uns, wir stellen die Fragen. Wo sollen wir wohnen, wo Blüten noch tragen? Nistplätze fehlen, kein Wasser, kein Licht. Gebt uns das Leben, nehmt es uns nicht. Wir sind klein, doch wir tragen die Welt. Ohne uns wird das Gleichgewicht verstellt. Jede Biene, jeder Käfer, leben so zart. Schützt unser Zuhause jetzt, nicht erst in Jahr’n. Stadtrat, hör uns, wir stellen die Fragen. Wo sollen wir wohnen, wo Blüten noch tragen? Nistplätze fehlen, kein Wasser, kein Licht. Gebt uns das Leben, nehmt es uns nicht. Ein Ruf aus dem Grünen, aus Blüten gemacht. Hört unser Summen, bevor es verkracht. Augsburg Oberhausen, wir zählen auf euch. Für Leben, für Vielfalt, erhebt eure Stimmen zugleich.

Wählt die Kleinsten, einfach die Kleinsten.

Nach dieser Aktion wurde es richtig lebendig. Eine große Parade mit tausenden Insekten und Menschen zog durch Oberhausen. Es summte, tanzte und krabbelte, da war richtig was los. Unser Protest war so laut, dass ihn sogar Bertolt Brecht, der größte Dichter der Stadt, gehört hätte.

Song: Trommeln dröhnen, Banner wehn, Augsburgs Straßen, beben schön, doch wer marschiert da? Schau nur hin, mit Flügel, Helz und Stachel drin. Hornissen mit Helmen, Hummeln im Chor. Wildbienen brüllen: Genug jetzt, ihr Tor. Wir fliegen, wir summen, wir brummen, wir schreien. Die Demo beginnt, jetzt reiht euch ein. Oh, Parade, Parade auf dem Pflaster so laut. Die letzte Brigade, bevor man uns klaut. Wir protestieren, wir tanzen, wir stechen ins Bein. Oberhausen schreit, lasst uns am Leben sein. Auf Stelzen wankt ein Mensch in Kostüm. Als graue Betonwand, was absurd und kühn. Doch die Bühne gehört den kleinen Kreaturen, die einst summten in Wiesen und Fluren. Hornissen mit Helmen, Hummeln im Chor. Wildbienen brüllen: Genug jetzt, ihr Tor. Wir fliegen, wir summen, wir brummen, wir schreien. Die Demo beginnt, jetzt reiht euch ein. Oh, Parade, Parade auf dem Pflaster so laut. Die letzte Brigade, bevor man uns klaut. Wir protestieren, wir tanzen, wir stechen ins Bein. Oberhausen schreit, lasst uns am Leben sein. Oh, Parade, Parade auf dem Pflaster so laut. Die letzte Brigade, bevor man uns klaut. Wir protestieren, wir tanzen, wir stechen ins Bein. Oberhausen schreit, lasst uns am Leben sein.

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