Jugendliche aus der St. Johannesgemeinde in Oberhausen haben diese Jugendradio-Sendung mitgestaltet. Sie erklären, was sie im Rahmen ihres Konfirmationsunterrichts in der Gemeinde gemacht haben. Unter anderem haben sie Stühle in der Quartierswerkstatt des Drei Auen Bildungshauses hergestellt, die beim Nachbarschaftsfest am 25. Juni 2022 auf dem Friedensplatz zum Einsatz kommen. Quartiersmanager Bernd Rebstein berichtet, wie die Quartierswerkstatt funktioniert. Die Sendung wurde von Susanne Thoma moderiert.
Das Projekt „Jugendradio im Gaswerkquartier“ wird gefördert durch „Bildungschancen“.

Transkript
Jugendradiosendung heute. Ein abgespecktes Team. Eigentlich sollten ja drei junge Menschen aus der Sankt-Johannes-Gemeinde heute mit mir im Studio die Sendung bestreiten. So, jetzt musst aber alle drei kurzfristig absagen. Und, ja, es soll jetzt nicht so schlimm sein. Ich habe mich ja in den letzten Wochen mehrmals mit der Gruppe getroffen und, ja, schon mal ein paar Tonaufnahmen gemacht.
Deswegen habe ich ein bisschen was vorbereitet aus der Konserve. Und als erstes erklärt mal Amalia von der Gruppe, wer sie sind. Sie nennen sich Konfis.
Wir sind eigentlich eine Konfigruppe von der Snewit, also Frau Aujetzki. Manche kennen sie auch unter diesem Namen.
Was ist Konfi? Also wenn man evangelisch ist, dann hat man eine Konfirmation ungefähr mit 14 Jahren, vielleicht auch früher, vielleicht auch später. Und dann fährt man anfangs davon ins Konfi-Camp über die Sommerferien, also nicht die ganzen Sommerferien. Und danach hat man dann regelmäßig Konfi-Treffen, bis dann der große Tag, also die Konfirmation ansteht.
Ja, und ich wollte ja eigentlich jetzt mit Ihnen ein Interview führen, also mal erläutern, was heißt eigentlich Konfirmation. Ich habe mich natürlich schlau gemacht im Netz und werde jetzt mal den ungläubigen und nicht-religiösen Menschen hier von uns mal ein bisschen näher bringen, falls sie es nicht wissen, was Konfirmation eigentlich bedeutet. Also lateinisch Konfirmatio, Befestigung oder Bekräftigung. Und das ist mit einer feierlichen Segenshandlung verbunden, während einer Zeremonie in der Kirchengemeinde natürlich. Und worum geht es? Also die jungen Leute im Alter von ab 14 Jahren ungefähr, hat sie gesagt, oder 15, werden dann als mündiges Gemeindemitglied anerkannt. Also Religionsmündigkeit ist damit gemeint.
Das heißt, sie haben dann alle Rechte innerhalb der evangelischen Kirche, also ist Konfirmation evangelisch. Und vorher bereiten sie sich vor, also im Konfirmantenunterricht, also Mädchen und Jungen. Und ja, das Konzept, das jetzt hier existiert, so für den Konfirmantenunterricht, hat sich im Laufe der Jahrhunderte, gibt es ja seit der Reformation die Konfirmation, gewandelt. Und zwar, ja, früher mussten die jungen Leute die Teenager-Martin-Luther-Schriften auswendig lernen. Und heute ist es eher was, was diskutiert wird, also Fragen des Glaubens und Glaubensinhalte werden dann diskutiert. Ja, und das haben die gemacht und sind jetzt in den letzten Monaten gereift, sozusagen, könnte man so sagen.
Ich habe die jungen Leute kennengelernt in der Quartierswerkstatt, und zwar beim Stühlebauen. Ja, interessante Angelegenheit das, war das die Quartierswerkstatt am Dreiauenplatz und ich habe jetzt da auch mal was vorbereitet, wie es dort zu ging, also Quartierswerkstatt mit Geräuschen.
Achtung! Unser Prototyp ist ja da vorne.
Genau, der Prototyp, der ist ja da vorne, da kann man sich das auch abgucken. Und was macht ihr bei dem Kürzchen von diesen zwei Teilen? Hier 1,5, so, dann gibt es bei dem Strich der 5, oder so. Also das geht um Holz? Ja.
Ja, und wie geht das jetzt mit dem Stuhl? Für die Sitzfläche haben wir fünf Holzstücke, drei sind der italienischen Größe und etwas kleiner. Die baut man dann in die zwei großen rein. Bevor man das tut, tut man die schräg anbohren, damit man das dann am Ende hinstellt.
Ja, also die Stühle sind zum Klappen, einfach damit sie tragbarer sind.
Und was macht euch am meisten Spaß bei der Arbeit?
Eigentlich alles, also zum Beispiel das Sägen bockt sich sehr, das Schauben auch oder so, einfach die Arbeit mit Holz würde ich jetzt sagen.
Was mir am meisten gefallen hat, war auf jeden Fall das Bohren, also es gibt zwei Stunden vom Bohren, einmal an der Standbohrmaschine und dann nochmal das Nachbohren von den kleinen Löchern.
Ich habe auch hier Stühle mitgebaut und das macht mir auch sehr Spaß hier.
Was ist der Spaß dabei?
Der Spaß ist dabei, dass man einfach mit den Händen arbeiten kann und nicht einfach rumsitzt und langweilig redet, sondern auch nochmal was in der Werkstatt macht. Ist auch fürs Leben wichtig.
Und wie ist es mit der Gruppe?
Also die Gruppe ist auch sehr, sehr super. Wir helfen miteinander, weil ich wusste auch nicht alle Schritte jetzt, wie man alles zusammenbohrt. Und jetzt muss ich nur noch den Stoff auswählen, aber habe ich schon.
Ich habe einen dunkelblauen Stoff genommen und ich muss noch die Rückenlehne zusammenbauen. Also den Stoff müssen wir zusammentackern und dann sind wir schon mit den Stühlen fertig. Zehn Stühle werden es dann insgesamt und das ist eine sehr schöne Idee von der Frau Aujetzki und von unserer Gemeinde.
Ja, interessant. Fürs Leben auch wichtig, sowas zu machen. Wer war jetzt da zu hören?
Also nochmal Amalia, die wir vorhin ja schon mal im ersten Einspieler gehört haben.
Dann war dabei Alex und Maxim und auch die Pfarrerin Snewit Aujezki war ganz am Anfang zu hören und Bernd Rebstein, der Quartiersmanager. Und warum haben sie überhaupt diese Stühle gebaut?
Also abgesehen davon, dass das ja auch eine tolle Arbeit ist und einfach so Spaß macht, hatte das aber auch noch einen Anlass. Und zwar sind die Stühle dafür da, dass sie im Rahmen der Refugee Week dann zum Einsatz kommen.
Also die Refugee Week, die Woche der Geflüchteten, die es in Augsburg seit 2016 gibt und rund um den Internationalen Tag des Flüchtlings, der immer am 20. Juni stattfindet, gibt es zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen von einem breiten Bündnis. Wir von Pareaz gehören da auch dazu.
Und es geht darum, ein Zeichen zu setzen und dafür einzutreten, dass Geflüchtete bei uns Schutz finden und das Recht auf Asyl nicht eingeschränkt wird. Und es geht auch darum, dass man besseres Verständnis dafür herstellt, dass Menschen hier Schutz suchen oder suchen müssen. Und in dem Zusammenhang macht Oberhausen am 25.06. ein Nachbarschaftsfest auf dem Friedensplatz.
Und jetzt kommt der Bogen wieder zu den Stühlen. Also die Stühle, die sind dazu da, dass man die dann auf dem Platz auch benutzen kann. Es ist ein tolles Produkt von den Jugendlichen, wo sie ganz stolz drauf sind, dass sie da auch was beitragen können zu dieser Aktion.
Die Quartierswerkstatt, da hat das stattgefunden. Da möchte ich jetzt auch noch was vorspielen. Und zwar die Quartierswerkstatt am Dreiauenplatz erklärt jetzt Bernd Rebstein, worum es da geht und was das ist und wie das da so läuft.
Die Idee von dieser Werkstatt war, dass einfach die Nachbarschaft das Quartier um diesen Dreiauenplatz herum die Möglichkeit hat, also Nachbarinnen, Nachbarn, aber eben auch Schulkinder, Schulklassen hier einfach Dinge zu tun mit Holz oder mit anderen Materialien. Wir versuchen hier Leute ins Bauen, ins Basteln zu bringen, sie beim Möbelbau, bei irgendwelchen Reparaturen zu unterstützen. Wir machen jeden zweiten Mittwoch so Kinderwerkstatt nennen wir das.
Das sind Bastelaktionen, wo wir Vogelhäuschen bauen, wo wir auch schon irgendwelche Schleudern, irgendwelche gummigetriebenen Schiffchen gebaut haben, Mobiles, alles mögliche, Bumerang haben wir schon gebaut. Gerade sind wir ja dran und machen diese Steckmöbel. Also das ist einfach dann für Jugendliche interessanter.
Oder wir hatten jetzt mit dem Stadtjugendring zusammen, vor kurzem haben wir Skateboards gebaut, Longboards und haben die dann angesprüht. Wenn wir jetzt solche Aktionen machen, kostet es in der Regel gar nichts. Wir haben so dieses Agreement, wenn jetzt größere Sachen wären, dann würden wir auch für das Material schon eine Gebühr verlangen, aber die Benutzung dieser Werkstatt ist kostenfrei und da kann im Prinzip sich auch jeder mal melden.
Das sind die Voraussetzungen, dass man hier arbeiten kann und dass man halt auch handwerklich so ein bisschen einen Hintergrund hat. Also Laien können jetzt nicht hier allein rein und an der Kreissäge was tun, aber dafür haben wir Angebote, wo wir dann einfach auch unterstützen. Also wir haben zwei Schreiner hier, wir haben eine Elektrotechnikerin.
Ja, unsere heutige Sendung geht langsam zu Ende. Ich möchte aber noch einen Hinweis geben auf jeden Fall auf die nächste Woche oder beziehungsweise auch schon diese Woche. Heute startet die Refugee Week und wir machen nochmal eine Sendung nächste Woche am 22. Juni um 12 Uhr und es wird zu Gast sein Dr. Martin Schenkelberg, der Sozialreferent der Stadt Augsburg. Und wir wollen über die aktuelle Situation sprechen. Was tut sich in Augsburg bezüglich der Unterbringung der geflüchteten Menschen, hauptsächlich ja aus der Ukraine, aber auch aus anderen Regionen, in denen Krieg und Elend ist in dieser Welt.
Also hört mal rein, nächste Woche um 12 Uhr. Hör auf!